Jeder gute literarische Text sollte einen packenden ersten Satz haben.
Dieser hat keinen.
Mir fällt einfach keiner ein. Und wenn einem nichts mehr einfällt, wenn man keine Worte findet für das, was man eigentlich ausdrücken will, dann ist absolute Ehrlichkeit das Einzige was übrig bleibt.
Und wenn ich ganz ehrlich bin, fällt mir auch kein Thema ein, über das ich schreiben könnte.
Sicher, ich könnte Anekdoten aus meinem Leben erzählen, die vielleicht erheitern würden und die vielleicht sogar eine Art persönliche Bande zwischen Erzähler und Publikum aufbauen würden, wenn es mir gelänge, die Ereignisse plastisch genug zu schildern und das Erheiternde an der Geschichte pointiert genug zu beschreiben.
Aber dann würde ich lieber mit einem Glas Bier an der Theke stehen oder mit Freunden zusammensitzen und frei Erlebnisse zur Unterhaltung aller aus meinem Gedächtnis zitieren.
Und sicher, ich könnte auch ein Thema bedienen, von dem ich ziemlich sicher weiß, dass jeder schon einmal davon gehört hat oder schon einmal damit konfrontiert worden ist wie z.B. IKEA oder die seltsame Angewohnheit von Frauen, einen mit einem langgezogenen “Naaa?!” zu begrüßen, das auch noch, je nach Intonation und Längung des Vokals verschiedene Bedeutungen haben kann, am wahrscheinlichsten die, dass die Vokallänge exakt diametral gegenübergesetzt zu ihrer Bereitschaft steht, das Gespräch in die Länge ziehen zu wollen, d.h. je länger ein “Naaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa?!” ist, umso kürzer wird das anschließende Gespräch wahrscheinlich. Wenn es nicht sogar schon den gesamten Informationsaustausch abdeckt.
Aber ich bin kein Komiker, dass ich mit Witzen über Ikea oder Frauen unterhalten möchte wie Mario Barth. Obwohl ich ehrlich zugeben muss, dass ich über Mario Barth gelacht habe.
Nein, ich bin nur ein blöder Theoretiker, der nicht weiß worüber er schreiben soll und dem kein packender erster Satz eingefallen ist.
Übrigens bin ich auch der Meinung, jeder gute literarische Text sollte einen abrundenden Schlusssatz haben, mit dem er den Gedanken des ersten wieder aufgreift.
Dieser hat keinen.